Der Boom rund um künstliche Intelligenz erfasst mit voller Wucht die etablierten IT-Infrastrukturhersteller. Hewlett Packard Enterprise (HPE) hat für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 hervorragende Zahlen vorgelegt. Angetrieben von einer hohen Nachfrage nach KI-Servern und Netzwerklösungen steigerte das Unternehmen seinen Quartalsumsatz um knapp 34 Prozent auf den Rekordwert von 12,21 Milliarden US-Dollar. Zugleich hob das Management die Prognose für den freien Cashflow im Gesamtjahr auf mindestens 3,75 Milliarden US-Dollar an.
Rekordzahlen durch KI-Systeme und starke Server-Sparte
Das operative Geschäft von HPE entwickelte sich im abgelaufenen Quartal deutlich besser als vom Markt erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Aktie (Non-GAAP EPS) kletterte von 0,44 US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 1,11 US-Dollar und durchbrach damit erstmals die Marke von einem Dollar pro Quartal. Haupttreiber war das Segment Cloud & AI, dessen Umsatz um 25,4 Prozent auf 9,0 Milliarden US-Dollar anstieg. Allein der Server-Umsatz legte um 35 Prozent auf 6,8 Milliarden US-Dollar zu. Im Bereich der KI-Systeme erzielte HPE im Quartal einen Umsatz von nahezu 1,6 Milliarden US-Dollar, während der Auftragsbestand für KI-Systeme sequenziell um 21 Prozent auf den Rekordwert von 7,6 Milliarden US-Dollar anwuchs.
Netzwerk-Integration und Cashflow-Stärke
Auch die Sparte Networking entwickelte sich dank der Übernahme von Juniper Networks stark: Der Segmentumsatz kletterte unbereinigt um 74,9 Prozent auf 2,89 Milliarden US-Dollar bei einer operativen Marge von 22 Prozent. Auf Konzernebene verbesserte sich die Non-GAAP-Bruttomarge auf 40,4 Prozent. Neben dem Umsatzplus überzeugte HPE bei der Barmittelgenerierung: Der freie Cashflow erreichte im dritten Quartal mit 958 Millionen US-Dollar einen Rekordwert. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet HPE nun mit einem Free Cash Flow von mindestens 3,75 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal plant die Unternehmensführung, mindestens 75 Prozent des freien Cashflows über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre auszuschütten.
Kursschwankungen und Marktneubewertung
Die erste Marktreaktion unmittelbar nach der Zahlenvorlage fiel verhalten aus, da Anleger kurzfristig eine Normalisierung der hohen Cloud-Margen im kommenden Geschäftsjahr befürchteten. Bis Mitte September setzte sich am Markt jedoch eine positive Neubewertung durch. Anleger und Analysten honorieren zunehmend den prall gefüllten Auftragsbestand sowie das solide Bewertungsprofil der HPE-Aktie, die auf Basis künftiger Gewinne mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 11,4 gehandelt wird. Zudem sichern die fortschreitenden Synergien aus der Netzwerkintegration das langfristige Gewinnwachstum ab.