Eine deutliche Verlangsamung am US-Arbeitsmarkt hat an den US-Börsen zu Erleichterung geführt. Der aktuelle Monatbericht des US Bureau of Labor Statistics für September 2026 weist mit lediglich 29.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft eine spürbare Abkühlung auf. Da Ökonomen im Vorfeld mit 80.000 bis 90.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet hatten, fielen die Zahlen deutlich schwächer aus als erwartet. Gleichzeitig führten erhebliche Abwärtskorrekturen der Vormonate dazu, dass Marktteilnehmer ihre Erwartungen an künftige Zinsanhebungen der Federal Reserve drastisch zurückschraubten.
Enttäuschende Stellendaten und Abwärtskorrekturen der Vormonate
Neben dem verhaltenen Beschäftigungsaufbau im September belasten vor allem die deutlichen Revisionen der Vormonate das Gesamtbild. Für die Monate Juli und August wurden insgesamt 60.000 Stellen gestrichen. Die Zahl für Juli 2026 wurde von ursprünglich +21.000 auf einen Nettoverlust von 10.000 Arbeitsplätzen korrigiert, während der Stellenzuwachs im August von +162.000 auf +133.000 nach unten angepasst wurde. Die Arbeitslosenquote stieg leicht von 4,1 % im August auf 4,2 % im September. Zugleich verlangsamte sich der Anstieg der durchschnittlichen Stundenlöhne auf 3,0 % im Jahresvergleich – der geringste Zuwachs seit Mai 2021. Stellenzuwächse zeigten sich vorrangig im Gesundheitswesen (+17.000) und im Baugewerbe (+11.000), wohingegen der Finanzsektor 7.000 Stellen einbüßte.
Marktreaktion: Tech-Werte führen Rallye an
An den US-Aktienmärkten löste der Arbeitsmarktbericht eine positive Reaktion aus. Der technologielastige Nasdaq Composite stieg um 1,2 % und erreichte im Handelsverlauf ein neues Allzeithoch. Der breite S&P 500 legte um 0,7 % zu, während der Dow Jones Industrial Average ein Plus von 0,5 % verzeichnete. Am Anleihenmarkt gab die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen US-Staatsanleihe von 5,24 % am Vortag auf 5,17 % nach. Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinserhöhung durch die Fed auf der bevorstehenden Oktober-Sitzung, die im Vorfeld nach hohen Energiepreisen auf knapp 70 % geschätzt wurde, sank am Terminmarkt schlagartig auf etwa 21 % bis 22 %. Die Mehrheit der Anleger geht nun von einer Zinspause aus.